Samstag, 4. August 2012

Bulbul Sharma - Der Toten gedenken - Indische Frauen bitten zu Tisch

Bulbul Sharma – Der Toten gedenken – Indische Frauen bitten zu Tisch

Ich habe mein erstes Buch über "Blogg dein Buch" bekommen, und zwar vom EPIDU-Verlag.  Bestellen kann man das Buch hier.


 

Inhalt:

Im Wesentlichen ist der Inhalt des Buches sehr schnell erzählt. Zum alljährlichen Todestag von Familienoberhaupt Bhanurai Jog treffen sich die am nähesten mit dem Toten verwandten Frauen um den Leichenschmaus zuzubereiten. Die Zubereitung eines indischen Leichenschmauses bedarf natürlich langer Vorbereitungszeit in Form von Gemüse schlälen und schneiden. Während der etwas langweiligen Gemüsezerkleinerung fangen die Damen an, sich Geschichten zu erzählen. Geschichten über die Männer in ihrem Leben und wie sie mit ihnen fertig werden.

Auf zwei der Geschichten möchte ich etwas näher eingehen:
Zum Einen ist da die junge, frisch verheiratete Nanni, die sich gleich am ersten Tag in ihrem neuen Zuhause zur Zubereitung eines Mittagessens hat breitschlagen lassen. Der Angetraute traut den Dienern nicht mehr und fortan wird Nanni zur Köchin abgestempelt. Nach einigen Jahren erinnert sie sich an einen Ratschlag der Mutter: „Füttere ihn, Kind, füttere ihn mit all dem Reichtum und der Süße, die er dir nicht gegeben hat, bis die Götter es für richtig halten, ihn zu rufen.“
Nanni beherzigt diesen Ratschlag.

Zum Anderen gibt es Sharadas Geschichte, bei der viele Verwandten, teils sogar aus dem Ausland, zu einem Leichenschmaus kommen. Sharada bereitet fünf verschiedene Currys zu, von ganz scharf, welches die Einheimischen ohne Probleme essen können, über „mittelscharf“ für jene, die zwar Curry aber keine Chilis vertragen bis hin zum „pinken Krankencurry“, die mit dem indischen Essen überhaupt nicht vertraut sind. Als die versammelte Verwandtschaft am Tisch sitzt und speist wird viel geweint, gelacht und schlussendlich auch bösartig beschuldigt.


Meine eigene Meinung:

Der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht, ich lese gerne etwas sarkastischere Bücher, Erlebnisse und Geschichten, die mit einem Augenzwinkern zu betrachten sind. Die zwei Geschichten, die ich näher beschrieben habe, waren aber für mich auch die einzigen beiden, bei denen ich geschmunzelt habe. Der Rest des Buches war für mich etwas unüberschaubar. 

Zum Einen kommen viele Personen vor, die einfach nicht weiter beschrieben werden, sodass man als Leser nicht wirklich weiß, zu wem derjenige gehört bzw. wer dieser ‚Name‘ ist.
Zum Anderen hängen zwar die Geschichten zusammen und ergeben am Schluss eine ganze Geschichte, aber es fehlt mir hier an einem durchgängigen Muster. Einmal sind die Personen hier und urplötzlich woanders, obwohl von einem Ortswechsel keine Rede war.

Das Cover des Buches scheint sehr makaber – ein Karfiol bzw. Blumenkohl mit einem Messer aufgespießt. Blutvergießen war in diesem Buch, trotz einiger Todesfälle, allerdings nicht vorhanden.

Ich persönlich hätte mir ein bisschen mehr Einblick in die Essengewohnheiten der indischen Frauen bzw. Festessen in Form eines Leichenschmauses gewünscht. Dass es Curry gibt, ist klar, aber der kulinarische Hintergrund hat mir gefehlt.

Ich persönlich würde mir das Buch nicht kaufen, mich hat es nicht so überzeugt. Vielleicht habe ich mir aufgrund des eher witzigen Klappentextes auch einfach zu viel erhofft. Bei einer „Schwiegermutter, die nach einem Monat schon ins Schlafzimmer des frisch vermählten Paares einzieht“, habe ich mir eine witzige, spritzige Geschichte vorgestellt, auf die aber leider weniger eingegangen worden ist. Ich habe für das doch recht dünne Buch mit 132 Seiten fast vier Abende gebraucht; eine Seitenanzahl, die ich normalerweise an ein bis maximal zwei Abenden mühelos schaffe.

Leider kann ich für das Buch nur zwei Sterne vergeben, es hat meinen Geschmack leider nicht getroffen.

2 von 5 Sternen!
Trotz allem möchte ich mich bei BdB bedanken, ebenso bei EPIDU Verlag für die Zusendung des Buches.

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